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Mai 29

WUNDE.R.PUNKT gorleben365


X1000 HH bei g365

Das Camp an der Zufahrtstraße zum sog.
Erkundungsbergwerk nahe Gorleben ist abgebaut und der erste
offizielle WundeRpunkt der „Kulturellen Landpartie im Wendland“
www.kulturelle-landpartie.de an dieser Stelle ist Geschichte…

Im Rahmen der Kampagne Gorleben365 www.gorleben365.de von
X-tausendmal quer und der KURVE Wustrow gab es dort 12 Tage lang
eine spannende Mischung aus Kultur- und Infoveranstaltungen einer-
seits und politischer Aktion in Form von gewaltfreien Sitzblockaden
und dem hautnahen Erleben polizeilichen Umgangs damit andererseits.

Es gab ein reichhaltiges Programm an Veranstaltungen:
Vom „Erzählcafe“, in dem sog. Urgesteine des Widerstands von den
Anfängen des Protestes im Wendland berichteten, über hochaktuelle
und teilweise brisante Neuigkeiten direkt aus dem Gorleben Unter-
suchungsausschuss des Bundestages sowie „Salzworkshops“, in denen
das dort im Bergwerk ausgegrabene (und dann von der Halde
„entwendete“), dem allgemein bekannten „Himalaja-Salz“ entsprechende
orangefarbene Ursalz gewaschen und für den Gebrauch zerkleinert und
mitgenommen oder auch bildhauerisch bearbeitet werden konnte, bis
zu diversen Musik-, Film-, Theater- und Feuerakrobatikdarbietungen.

Alle Veranstaltungen fanden vor mindestens einem der 6 möglichen
Zufahrtstore zum Bergwerksgelände statt und hatten bewusst zum Ziel,
den reibungslosen Betriebsablauf dort zu stören. Manche dieser
Blockaden waren eher symbolisch, weil der Verkehr problemlos durch
ein anderes Tor geleitet werden konnte, etliche Blockadeaktionen an
allen Toren gleichzeitig waren sehr effektiv, so dass sie von der
Polizei geräumt werden mussten. Die rund um die Uhr anwesende Polizei
ging mit diesen angekündigten gewaltfreien Aktionen weitgehend
gelassen und angemessen um. Nur in den ersten Tagen wurde eine
„übereifrige“ Einheit immer unfreundlicher…

Aus Sicht der Veranstalter_innen war das Ganze ein großer Erfolg.
Es konnten von den wie jedes Jahr zahlreich zur KLP ins Wendland
gereisten kulturinteressierten Tourist_innen viele vors Tor des von
den Einheimischen „Schwarzbau“ (weil ohne Genehmigung schon das
Endlager ausgebaut und nicht nur „erkundet“ wird) genannten Bergwerks
mobilisiert und dort über die Fakten informiert werden. Nach wie vor
wissen die meisten Leute nicht, dass die Castoren oberirdisch in
einer Halle stehen und die Umgebung radioaktiv belasten, dass es
weltweit noch kein „Endlager“ für hochradioaktiven Atommüll gibt,
dass Salzstöcke im allgemeinen dafür nicht gut geeignet sind und der
Salzstock Gorleben von über 100 ev. in Frage kommenden besonders
schlecht geeignet ist und und und …

Es gibt noch viel zu tun, nicht nur in Gorleben.